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15. 03. 2014.

Holocaust-Überlebende Marga Spiegel mit 101 Jahren gestorben



Holocaust-Überlebende Marga Spiegel mit 101 Jahren gestorben

Die Holocaust-Überlebende Marga Spiegel starb am Dienstag im Alter von 101 Jahren in Münster. Spiegels Überlebensgeschichte während der Nazizeit war in dem Film „Unter Bauern“ mit Veronica Ferres in der Hauptrolle erzählt worden, der 2009 in die Kinos kam.
Zahlreiche Familienangehörige von Marga Spiegel (Jahrgang 1912) wurden von den Nationalsozialisten verschleppt und ermordet. Sie selbst entging der Deportation und überlebte mit Mann und Tochter, weil fünf Bauern-Familien aus dem Münsterland die damals 30-jährige Jüdin zwischen 1943 und 1945 bei sich versteckten. Marga Spiegel war eine Tante des früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel.
Marga Spiegel
Archiv

Zeitzeugin für Mut, Menschlichkeit und Zivilcourage

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) würdigte Spiegel als wichtige Zeitzeugin der Gräueltaten der Naziherrschaft. „Sie hat gezeigt, wie wichtig Mut, Menschlichkeit und Zivilcourage für unsere Gesellschaft sind“, erklärte Kraft in Düsseldorf. Spiegel war im vergangenen November mit dem NRW-Landesverdienstorden ausgezeichnet worden.
Veronica Ferres sagte, Marga Spiegel habe der Welt unglaublich viele positive Impulse gegeben. „Trotz all der fürchterlichen Erfahrungen, die sie in der NS-Zeit machen musste, ist sie nicht müde geworden, ihre Liebe in die Welt hinauszutragen. Ich bin sehr dankbar, dass ich sie kennenlernen durfte.“
Marga Spiegel und die Tochter
D.R.
Marga Spiegel und die Tochter vor der „Kristallnacht“

Große jüdische Persönlichkeit

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Münster, Sharon Fehr, würdigte Spiegel in einer schriftlichen Stellungnahme als große jüdische Persönlichkeit, die nach langer, schwerer Krankheit gestorben sei. „Ihre Stimme gegen Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenverachtung ist für immer verstummt. Die Brückenbauerin zur nichtjüdischen Mehrheit hat sich verabschiedet“, schreibt Fehr.
Sehr viele ihrer Familienangehörigen kamen während der Naziherrschaft ums Leben. Marga Spiegel hat darüber in Schulen gesprochen und ein Buch geschrieben, das als Vorlage für die Verfilmung diente. Die nach ihr benannte Marga-Spiegel-Sekundarschule in Werne (NRW) hatte sie noch im Juli vergangenen Jahres besucht. „Sie war ein Vorbild für unsere Schüler. Sie hat gezeigt, wie lebensfroh man sein kann trotz widrigster Umstände“, sagte Schulleiter Hubertus Steiner.




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